3×7 Siebenschläfer

Unsere Projektleitung Bille erzählt, was hinter der augenscheinlichen Mathematikaufgabe steckt:

„Durch Zufall bin ich letztes Jahr auf dem Ansitz in Kontakt mit einer Bilchfamilie gekommen. Es handelte sich um drei Siebenschläfer, die unsere Kanzel entdeckt und lieben gelernt hatten. Ich begleitete sie “nur” in dem ich sie beobachtete und ihnen hin und wieder ein paar Beeren mitbrachte.  Ich war fasziniert von den begabten Kletterern, die selbst glatte Wände, ja sogar kopfüber, dank ihrer, wie mit Saugnäpfen ausgerüsteten Füßen, klettern konnten. Sie schienen sich schnell an mich zu gewöhnen. Nach einiger Zeit drehten sie sich ein, umschlungen ihr Gesicht mit ihren langen, buschigen Schwänzen und schliefen seelenruhig, während ich Ausschau nach größeren Wildtieren hielt. Es war aufregend zu beobachten wie sie im Verlauf des Sommers ein Nest aus trockenen Eichenblättern bauten und nach einiger Zeit konnte ich ein leises Fiepen wahrnehmen. Wie viele Junge es tatsächlich waren, kann ich leider nicht sagen, da ich mich ab diesem Moment noch vorsichtiger in der Kanzel verhielt um sie nicht bei der Aufzucht der Kleinen zu stören.

Im Herbst waren sie plötzlich verschwunden, das Nest war geräumt und von der Familie keine Spur. Ich dachte es hätte sich erledigt, aber dann, Anfang des Sommers dieses Jahrs schauten mich plötzlich wieder die bekannten großen Augen an! Ich meine sie wiederzuerkennen, was ich natürlich nicht beweisen kann –  aber ich behaupte es einmal!

Willi (so nannten wir das etwas größere Tier) muss in der Zwischenzeit etwas widerfahren sein, er hat, wie es auch den Eidechsen möglich ist, einen Teil seines buschigen Schwanzes verloren. Das weibliche Tier, Henriette, sieht unverändert aus und der Neuankömmling, Frieda getauft, scheint mir ein Junges aus dem letzten Jahr zu sein. Es ist deutlich kleiner, heller in der Farbe und noch sehr aufgeregt, wenn ich die Tür zur Kanzel öffne.

Nachdem sie es sich in der Kanzel, etwas später als letztes Jahr, wieder gemütlich gemacht haben, habe ich ihnen zwei leere Kokosnüsse als Schlafplätze gebracht. Es dauerte keine halbe Stunde, da kringelte sich ein Bilch hinein.“ – Bille

In Rahmen des Projektes 3×7 begleitet Bille die Siebenschläferfamilie vor Ort und lernt so diese Tierart rund ums Jahr kennen und verstehen. In der nächsten Brutzeit soll so auch ein professionellen Nistkasten gebaut und eine Wildkamera aufgestellt werden, um die nachtaktiven Tiere noch besser beobachten können.

Es handelt sich bei dem Siebenschläfer nicht um eine bedrohte Tierart, doch sind wir der Meinung, dass sich jedes, noch so kleine Wesen, zu hegen und zu pflegen lohnt. Wir möchten mehr erfahren über ihre Lebensweise im Verlauf eines Jahres. Wir möchten sie begleiten und kennenlernen, damit wir vor allem Kindern, z.B. bei unserem Aktionstag zum Aktionstag Lernort Natur darüber berichten können!

UPDATE

Für das Jahr 2020 sind die Siebenschläfer bei uns in der Kanzel nicht mehr zuhause, wir hoffen jedoch, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen.

Mithelfen

Möchtest du uns unterstützen?

Jetzt Spenden