Extensive Wiesenbewirtschaftung & Artanreicherung

Unsere Stiftung arbeitet gemeinsam mit dem Pferdehof O’Malley & Friends. In diesem Rahmen sind uns extensive Wiesenbewirtschaftung & Artanreicherung ein persönliches Anliegen. Für unsere Pferde streben wir ein rohfaser- und kräuterreiches Heu mit einem moderaten Energiegehalt an. Ein solches Heu kann den Pferden ad libitum, d.h. zur freien Verfügung, angeboten werden. Das Pferd ist an die permanente Aufnahme von energiearmem, rohfaserreichem Steppengras angepasst. Lange Fresspausen sind physiologisch ebenso schädlich wie zu viel zu energiereiches Futter.

Dieses Ziel erreichen wir durch wenig Düngung und einen relativ späten Schnitt der Wiesen. Unsere Wiesen bieten daher für viele Tiere einen perfekten Lebensraum: Einerseits ist das hohe Gras ein gutes Versteck vor Fressfeinden und bietet Schutz vor der Witterung, andererseits bietet die Artenvielfalt ein breites Nahrungsangebot.

Viele Insekten, wie Bienen und Hummeln sind auf blühende Pflanzen angewiesen, was ein intensiv bewirtschaftetes Grünland nicht bieten kann. Rehe und Hasen sind Konzentratselektierer und suchen sich die schmackhaftesten Pflanzenteile aus. Eine kräuterreiche Wiese kann man als „Hasenapotheke“ bezeichnen. Die Tiere wissen instinktiv genau, welche Kräuter sie gerade benötigen und können sich diese auf einer artenreichen Wiese heraussuchen. Zahlreiche Vögel ernähren sich von Insekten, welche sie in unseren Wiesen in großer Zahl finden.

Ansprechpartnerin

Ansprechpartnerin der Gmahde Wiesn Stiftung Katharina Weber

Katharina Weber

weber@gmahdewiesn-stiftung.de

Um unsere Wiesen, die vorher intensiv bewirtschaftet wurden, in solch ein blühendes Paradies zu verwandeln, gehen wir in mehreren Schritten vor. Zuerst wurde die Düngung stark begrenzt, um das Nährstoffniveau im Boden zu senken. Dadurch geht der Ertrag zurück und Pflanzenarten, die keinen so hohen Anspruch an die Nährstoffversorgung haben, bekommen die Chance einen Platz in der Wiese zu finden. Der erste Schnitt wurde auf Mitte/Ende Juni gelegt, sodass blühende Kräuter die Möglichkeit haben ihre Samen auszubilden und eine natürliche Nachsaat der Wiese vorzunehmen.

Da aber in der direkten Umgebung unserer Wiesen keine blühenden Wiesen zu finden sind und im Boden kein natürliches Samenpotenzial von extensiven Kräutern mehr zu finden war, haben wir diesem Prozess auf die Sprünge geholfen.

In die Wiesen wurden Streifen gefräst und hier partiell die Grasnarbe zerstört. Nach dem Wiederauflaufen der vorhanden Gräser wurde ein zweites Mal gefräst und anschließend mit verschiedenen Mischungen aus klassischen Wiesenkräuter aus gebietseigenem Saatgut angesät.

Aus diesen Streifen können sich die Kräuter nach und nach auf der gesamten Fläche verbreiten. Auch in den Pferdeweiden wurden auf diese Art und Weise Kräuterstreifen angelegt um die Artenvielfalt zu erhöhen und den Pferden ein kräuterreiches Weidefutter bieten zu können. Im ersten Jahr wurden die Streifen ausgezäunt, sodass sie ungestört ausblühen konnten und im Herbst gemulcht. Ab dem 2. Jahr stehen die Streifen den Pferden wie die übrigen Weiden zur Verfügung.

Aus fachlicher Sicht werden als „gebietseigen“ Pflanzen beziehungsweise Sippen bezeichnet, die aus Populationen einheimischer Sippen stammen, welche sich in einem bestimmten Naturraum über einen langen Zeitraum in vielen Generationsfolgen vermehrt haben. Es ist davon auszugehen, dass hier eine genetische Differenzierung gegenüber Populationen der gleichen Art in anderen Naturräumen erfolgt ist. (Definition des Bundesamts für Naturschutz)

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